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Stute Harmonie und Fohlen Havanna von dem Züchter Karl Neumayr aus Riedering.



Pferdepower voller Kraft und Eleganz

Bayerische Zuchtpferde warten auf ihren großen Auftritt

Die Ungarische Post mit Süddeutschen Kaltblutpferden, Kutschengespanne oder Holzrücken mit Pferden: Für viele Besucher sind die rasanten Pferdeschaunummern im Großen Ring und die Vorstellung unterschiedlicher Pferderassen ein absolutes Highlight beim Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF).


Hier, bei der bayerischen Landestierschau auf dem ZLF, trifft sich alle vier Jahre die Elite der bayerischen Kaltblüter, Haflinger, Warmblüter, Ponys und Kleinpferde. Nur, wie schafft es ein Pferd in den erlesenen Kreis der Rassepferde bis hin zur Prämierung? Wir haben uns bei einem Pferdezüchter für Süddeutsches Kaltblut umgehört.

Schon seit 30 Jahren ist Karl Neumayr aus Riedering leidenschaftlicher Züchter von Süddeutschen Kaltblütern. Er hat an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen, viele seiner Stuten haben Prämierungen erhalten. Auch diesmal ist er wieder beim ZLF dabei: Harmonie-N, eine 8-jährige Stute im besten Alter, wird die ganze Woche über zu bewundern sein. Ihren großen und gewichtigen Auftritt hat die Stute gleich am ersten Wiesnwochenende, am Samstag beim Einzug der Festwirte und am Sonntag beim Schützenumzug. Ziehen – das liegt Harmonie im Blut, und als erfahrenes Zugpferd wird sie den Bierwagen von Hacker-Pschorr auch sicher aufs Festgelände bringen. Geübt wird schon unter dem Jahr bei historischen Umritten wie dem Leonhardi-Ritt und bei Trachtenumzügen. Karl Neumayr schätzt besonders ihre Ausgeglichenheit: „Harmonie lässt sich durch nichts erschüttern, da können neben ihr die Böller krachen, sie ist die Ruhe selbst. Das bringt sie über die Gene mit. Entscheidenden Einfluss auf den Charakter hat dabei die Mutter, der Stutenstamm. Es ist typisch für bayerische Pferdezuchtbetriebe, dass sie über viele Jahre hinweg ihre eigenen Stutenstämme haben“, erklärt Neumayr. Sein „H-Stamm“ mit der „Stammstute“ Hella zeichnet sich durch Stuten aus, „die Gelassenheit besitzen und klar im Kopf sind“. Anders verhalten sich die Pferde aus dem „B-Stamm“, einem weiteren Stutenstamm auf dem Hof. „Die Nachkommen von Bellezza sind impulsiver und leichtfüßiger. Das sind eher die ‘Show-Typen‘, die sich toll präsentieren können“. Diese Unterschiede im Verhalten zu sehen und mit ihnen zu arbeiten, mache das Können eines Züchters aus.

„Familienanschluss“

Für den Züchter ist es immer wieder ein großer Anreiz, zu erkennen, was in einem neuen Jahrgang steckt. Wichtig ist es für Karl Neumayr, dass die Pferde von Anfang an „Familienanschluss“ haben. „Schon im Mutterleib hören sie meine Stimme und natürlich bin ich bei der Geburt dabei. Das kleine Fohlen wird begrüßt, ich überprüfe den Saugreflex und streichle das Junge. Diese ersten Berührungen sind die Grundlage, dass mir das Fohlen vertrauensvoll begegnet“, erklärt der Züchter. Wie wird sich Havanna N entwickeln, das jetzt vier Monate alte Fohlen von Harmonie? Nach und nach wird ein junges Pferd ans Reiten geführt und erst, wenn es sich nicht mehr am Klappern des Zaumzeuges stört, wird begonnen, es vor einen Wagen zu spannen. Die dreijährige Halina N, ebenfalls eine Tochter von Harmonie, wird bereits geritten. Als eine der Endring-Stuten hat sie sich bei der Landesschau im Juni in München fürs ZLF qualifiziert. Sie wird am „Tag des Pferdes“, am 20. September, bei der Prämierung ihren großen Auftritt haben. Mit dem fünfjährigen Hengst Versailles – „ein ausgeglichener, cooler Typ“ – wird auch das starke Geschlecht aus dem Stall von Karl Neumayr bei der Prämierung auf dem ZLF vertreten sein.

Im Moment genießen die Pferde von Karl Neumayr die Sommertage auf den Weiden rund um den Hof. Besonders für Harmonie heißt das, wenn das Fohlen demnächst „flügge“ wird, viel Kraft zu tanken für die anstrengende Wiesnzeit. Und Karl Neumayr wird seine Tiere für den ZLF-Auftritt bestens vorbereiten: „Es ist eine Ehre beim ZLF dabei zu sein, das ja nur alle vier Jahre stattfindet. Dabei will jeder Züchter zeigen, dass seine Pferde mit zu den schönsten und besten Süddeutschen Kaltblütern gehören. Glänzendes Fell, bewegungsstark und ein souveränes Auftreten: So sollen sich die Kaltblutpferde präsentieren. Für dieses Ziel braucht man als Züchter große Leidenschaft und Liebe zum Pferd und viel Können. Natürlich gehört auch eine Portion Glück dazu“.

Vom 17. bis zum 25. September findet das 126. Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest in München statt. Neben dem Oktoberfest dreht sich dann auf der Theresienwiese unter dem Motto „Landwirt-schaf(f)t Heimat“ alles um die Land- und Forstwirtschaft. Eine besondere Attraktion ist jedes Mal die Landestierschau mit dem Tierzelt, den beeindruckenden Schaunummern und Tierprämierungen im Großen Ring und erstmalig einem Milchviehzelt im Echtbetrieb. Unter den insgesamt rund 800 Tieren sind etwa 89 Pferde ständig auf dem ZLF, 120 kommen extra zum „Tag des Pferdes“.